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Klima / Luftfeuchtigkeit

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!!!DAS ALLERWICHTIGSTE: INSTRUMENTE MÜSSEN EIN KONSTANTES KLIMA HABEN UND VOR ALLEM JA NIE ZU TROCKEN !!!

Kurz und knapp:
Überwacht stets das Klima des Raumes oder des Koffers wo das Instrument aufbewahrt wird.
Befeuchtet besagten Raum oder Koffer mit entsprechenden Befeuchter, wenn die Luftfeuchtigkeit unter 40% fällt.
Für Räume gibt es Luftbefeuchter überall da wo es Haushaltsgeräte gibt.

ACHTUNG:
- Ich empfehle ein Modell mit einem genügend grossen Wassertank.
- Luftfiltermatten können ins Geld gehen.

Für Gitarrenkoffer gibt es Befeuchtungs-Pads z.B. von Planet Waves und Boveda. 
Ja sogar das Klima-Tracking via Smartphone ist möglich. (Siehe Planet Waves Humidi-Track)
Entsprechende Produkte gibt es bei mir in der Werkstatt zu kaufen.

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Leider wird der Thematik Klima viel zu wenig Beachtung geschenkt.
Viele Leute haben noch nie etwas davon gehört, andere glauben nicht, was das falsche Klima mit einem Instrument anrichten kann.  

Das ideale Klima für Gitarren ist 40-50% Luftfeuchtigkeit bei RAUMTEMPERATUR (+- 21 °C)
 

Alle folgenden Prozentangaben auf dieser Seite gelten nur bei dieser besagten Temperatur.
Bei anderen Temperaturen hat nämlich die gleiche Prozentzahl (Relative Luftfeuchtigkeit) eine völlig andere Bedeutung, im Bezug auf den Wasseranteil pro m³ (Absolute Luftfeuchtigkeit).
So entspricht also das Idealklima von 21 °C mit 45% einer Wassermenge von 8.24 gram pro m³.
Geht man von einem Klima mit 14 °C und 45% aus, entspricht dies nur noch 5.43 gram pro m³.
Das bekannte «Killer-Beispiel» ist die Aufbewahrung von Instrumenten in einem nicht isolierten Dachstock.  Da ich selbst einen solchen habe in meinem Haus, habe ich folgende Messungen vorgenommen:
Sommer:               30°C mit 60%                                    entspricht: Wassermenge von 18.24 gram pro m³
Winter:                   3°C mit 40%                                    entspricht: Wassermenge von 2.38 gram pro m³
An diesem Beispiel sieht man eindrücklich, wie enorm der Unterschied der absoluten Luftfeuchtigkeit sein kann, auch wenn sich die Prozentangaben nur gering unterscheiden.
 

Nun zurück zum Gitarrenbusiness:
Die meisten Schäden bei Instrumenten entstehen bei zu trockener Luft.
35% ist nicht mehr optimal, aber gerade noch so vertretbar. Alles darunter ist NICHT gut für euer Instrument und es besteht dringender Handlungsbedarf.

Im Folgenden findet Ihr Informationen über die möglichen Konsequenzen von nicht fachgerechtem Klima bei der Aufbewahrung eures Instrumentes.

 

               

Auswirkungen bei zu trockener Luft:

- Hals neigt sich mit dem Saitenzug mit (Pfeilbogen, hohe Saitenlage)
- Bundstäbe stehen (meist mit messerscharfen Kanten) von der Griffbrettseite ab.
- Lackrisse entstehen bei Übergängen von verschiedenen Materialien.
- Bundstäbe lösen sich aus den Kerben
- Gewindehülsen sitzen nicht mehr sauber
- Rissbildung (besonders bei A-Gitarren)
- Instrument ist weniger belastbar (kleine Erschütterungen und Gewalteinwirkungen können grössere Schäden nach sich ziehen.)

Auswirkung bei zu feuchter Luft:

- Decke quillt auf
- Hals neigt sich entgegen dem Saitenzug («Backbow»)
- Rostbildung auf Hardware und Elektronik

Auswirkungen bei Klimaschwankungen: (Prädestiniert bei Lagerung auf einem Dachstock)
- Wellenbildung im Griffbrett «Twisted Neck»
- Bridge wölbt sich und reisst von der Decke ab
- Halswinkel verändert sich

Instrumente mit Nitro-Lackierung

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«Everything fucks laquer» sagte mein Lehrer Rafael an der Schule für Gitarrenbau immer.
Klingt hart, ist aber leider so.
Wer eine Gitarre mit Nitrolackierung besitzt (Gibson, Martin, Taylor und so weiter), sollte sie nach jedem Gebrauch gründlich reinigen, nur eine geeignete Gitarrenpolitur verwenden und diese nie direkt auf den Lack, sondern zuerst auf das Mikrofaser-Tuch auftragen.
Beim Anschaffen von Gitarrenständern und Haltern muss stets die Verträglichkeit mit Nitrolack geprüft werden. Viele Gitarrenhalter hinterlassen Abdrücke im Nitrolack, oder lösen diesen sogar auf.  

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Nitrolackverträgliche Produkte: 

1. Music Nomad 2 in 1 Players Cloth 

2. Hercules Gitarrenständer / Wandhalterungen

3. Dunlop Formula 65 Guitar Polish 

Nitrolack kann hauchdünn aufgetragen werden. Somit eignet er sich aus akustischer Sicht natürlich ausserordentlich gut für Instrumente. Unter allen anderen Aspekten ist er allerdings mit Abstand der heikelste Lack auf Gitarren.
- Unverträglichkeit mit diversen Materialien.
(Gewisse Polster von Gitarrenhalterungen und Ständer könnten den Nitrolack an- oder sogar auflösen)
- Rissbildung bei schockartigem Temperaturwechsel
- Handschweiss kann den Lack angreifen
- Reinigungsmittel können den Lack angreifen oder sogar auflösen

Frische Saiten verwenden

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Die Saiten sollen ersetzt werden sobald sie nicht mehr frisch klingen.
Frische Saiten klingen lang, laut, hell, klar und rein.
Alte Saiten klingen dumpf, leise, kurz, teilweise verstimmt und unregelmässig.
Die Abnahme des frischen Klangs erfolgt vor allem durch den Oxidationsprozess, der in erster Linie vom Handschweiss des Gitarristen ausgelöst wird.
Es hängt also stark von der Person (Handschweiss) und deren Ambitionen ab, wann der Zeitpunkt ist, um die Saiten zu erneuern.

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Links: Standard Saiten

Rechts: Anti-Rost Saiten 

Beispiele Lebensdauer von Saiten


Profi mit starkem Handschweiss (Standard Saiten)                                           1-4 Wochen
Profi mit starkem Handschweiss (rostfreie Saiten)                                             3-20 Wochen
Profi mit trockenen Händen (Standard Saiten)                                                 1-3 Monate
Fortgeschrittener mit starkem Handschweiss (Standard Saiten)                           4-12 Wochen
Fortgeschrittener mit starkem Handschweiss (rostfreie Saiten)                             3-8 Monate
Fortgeschrittener mit trockenen Händen (Standard Saiten)                                 3-12 Monate

Natürlich sind Einsteiger noch nicht so sensibilisiert auf den Klang von neuen Saiten. Trotzdem wäre es schön wenn auch sie ihre Saiten ca. einmal pro Jahr ersetzen.

 

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